Mecila
08 Nov

Brasilien am Scheideweg

Wahl zwischen Demokratie & Autoritarismus

Onlinedebatte

About the event

Am 30. Oktober 2022 wurde in Brasilien ein neuer Präsident gewählt. Das Ergebnis war äußerst knapp. Mit weniger als 2 % Vorsprung setzte sich der ehemalige Gewerkschafter und zweimalige Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Kandidat einer breiten Allianz von weit links bis ins konservativ-bürgerliche Lager, gegen den amtierenden Präsidenten, Jair Bolsonaro, durch. Doch 12 Stunden nach Verkündigung des offiziellen Wahlergebnisses hat dieser seine Niederlage noch nicht anerkannt.

Unter der Regierung des rechtsradikalen Bolsonaro hat sich Brasilien verändert: Zahlreiche Militärs besetzen führende Positionen in Regierung und Staatsapparat. Fundamentalistische religiöse Werte wurden zur Staatspolitik erklärt. Die Menschenrechtssituation hat sich verschlechtert, soziale Programme wurden abgebaut und die Armut hat wieder zugenommen. Die Umweltbilanz, vor allem bezogen auf die Amazonasregion, ist katastrophal. Trotz dieser negativen Bilanz kann sich Bolsonaro auf eine breite Anhängerschaft stützen, wie die Ergebnisse der Wahlen zeigen.

Die Herausforderungen für die neue Regierung sind enorm. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit müssen wiederhergestellt, die soziale Schieflage korrigiert und die Umweltagenda neu definiert werden. Dazu muss die tiefe politische Spaltung des Landes überwunden werden. Doch welche Chancen hat eine Regierung Lula, angesichts einer Mehrheit von Bolsonaro Anhänger:innen im Parlament und in den Bundesstaaten?

Die Veranstaltung findet via Zoom auf Portugiesisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche statt und wird zusätzlich per Facebook-Livestream übertragen. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Anmeldung: https://lateinamerikaforum-berlin.de/veranstaltungen/brasilien-am-scheideweg/

 

 

Diese und andere Fragen wollen wir mit unseren Referent:innen diskutieren.

ESTHER SOLANO

Promovierte Sozialwissenschaftlerin, Professorin an der Bundesuniversität von São Paulo. Spezialistin in öffentlichen Umfragen. Forscht seit 2017 zum Phänomen des „Bolsonarismo“. Koautorin des Buches „The Bolsonaro“ paradox“ (2021).

DANDARA TONANTZIN

Wurde bei den Parlamentswahlen am 2. Oktober 2022 mit 27 Jahren als erste Schwarze Frau der Arbeiterpartei (PT) im Bundesstaat Minas Gerais in den Nationalkongress gewählt. Bei den Kommunalwahlen in Uberlândia (Minas Gerais) war sie 2020 als jüngste Schwarze Stadtverordnete mit den meisten Stimmen gewählt. Leitet die kommunalen Ausschüsse für Antirassismus und Bürgerbeteiligung.Begann mit 16 Jahren, auf der Basis des nationalen Förderprogrammes für Schwarze und sozial benachteiligte Jugendliche ein Pädagogie Studium an der Bundesuniversität in Uberlândia. Machte ihren Masterabschluss an der Bundesuniversität von Minas Gerais.

LETÍCIA RANGEL TURA

Soziologin, Exekutivdirektorin der Nichtregierungsorganisation FASE. Ist in den Bereichen Umweltgerechtigkeit , Agrarökologie, Amazonas und Klima aktiv. Mitglied verschiedener zivilgesellschaftlicher Netzwerke wie Nationales Netzwerk für Agrarökologie und “Carta de Belém”. War Mitglied in verschiedenen Institutionen und Kommissionen, wie zuletzt im ‚Forum der ökologischen Generation‘ und der Umweltkommission des brasilianischen Senats.

KENNEDY ALENCAR

Journalist, spezialisiert auf politische und ökonomische Themen. Arbeitete in unterschiedlichen brasilianischen Zeitungen, Fernseh- und Radiosendern. War Kriegsberichterstatter im Kosovo (1991) und in Afghanistan (2001). 2020 war er als Korrespondent von CBN in Washington tätig, und berichtete über die US amerikanische Wahlkampagne, die Ausbreitung der Covid 19-Pandemie und die größten Rassenproteste seit 1960. Zur Zeit ist er Kolumnist des Internetportals UOL.

MODERATION
Didice Godinho Delgado & Luiz Ramalho
(LAF Berlin)